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Die neue EnEV 2009

Auszug für Wohngebäude im Bestand

Am 18. März 2009 wurde vom Bundeskabinett die Änderungsverordnung zur Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV 2009) verabschiedet. Die neue EnEV 2009 soll im Herbst in Kraft treten und löst dann die bisher gültige Ausgabe aus dem Jahr 2007 ab. Nachfolgend sollen die wesentlichen Änderungen der EnEV 2009 gegenüber der Vorgängerverordnung dargestellt werden.

Höheres Anforderungsniveau für Bestandsgebäude

Änderungen bei der Modernisierung von bestehenden Gebäuden. Bei der Modernisierung von bestehenden Gebäuden sind im Falle von wesentlichen Änderungen an Außenbauteilen (Fläche der geänderten Bauteile mehr als 10%) sowie bei Erweiterungen und Ausbauten (hinzukommende Nutzfläche mehr als 15 m²) bestimmte Anforderungen einzuhalten. Als Nachweis kann wahlweise das Bauteilverfahren oder das Referenzgebäudeverfahren verwendet werden. Bauteilverfahren.
Beim Bauteilverfahren darf das geänderte Bauteil festgelegte Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) nicht überschreiten. Die einzuhaltenden U-Werte wurden im Vergleich zur Ausgabe 2007 zum Teil deutlich verschärft. Bei Außenwänden darf zukünftig ein U-Wert von 0,24 W/(m²K) nicht überschritten werden (EnEV 2007: 0,35 bis 0,45 W/(m²K)), für Fenster und Fenstertüren wurde der U-Wert auf maximal 1,30 W/(m²K) festgelgt (EnEV 2007: 1,70 W/(m²K)). Bei Steildächern beträgt der einzuhaltende U-Wert zukünftig 0,24 W/(m²K) (EnEV 2007: 0,30 W/(m²K)), bei Flachdächern ist nach EnEV 2009 ein U-Wert von 0,20 W/(m²K) einzuhalten (EnEV 2007: 0,25 W/(m²K)).

Referenzgebäudeverfahren

Alternativ zum Bauteilverfahren kann der Nachweis, dass die geänderten Außenbauteile die Anforderungen der EnEV 2009 erfüllen, auch mit dem Referenzgebäudeverfahren geführt werden. Beim Referenzgebäudeverfahren wird der Nachweis über den Jahres-Primärenergiebedarf für das geänderte Gebäude insgesamt geführt. Die Anforderungen sind erfüllt, wenn geänderte Wohn- und Nichtwohngebäude insgesamt den Jahres-Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes um nicht mehr als 40% überschreiten.

Änderungen bei den Regelungen zur Dämmung oberster Geschossdecken

Änderungen gegenüber der EnEV 2007 gibt es jedoch bei der Dämmung oberster Geschossdecken.

Hier sieht die EnEV 2009 folgende Regelungen vor:

  • Bisher ungedämmte, nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken beheizter Räume sind so zu dämmen, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der Geschossdecke 0,24 W/(m²K) nicht überschreitet (bisher: U ≤ 0,30 W/(m²K)).
  • Neu in der EnEV 2009 ist die Regelung, dass jetzt auch begehbare, bisher ungedämmte oberste Geschossecken beheizter Räume ab dem 31.12.2011 mit einer Dämmung zu versehen sind. Der U-Wert der Geschossdecke darf einen Wert von 0,24 W/(m²K) nicht überschreiten. Ausnahmen von dieser Verpflichtung bestehen nur, wenn besondere Umstände wie unangemessener Aufwand und nicht ausreichende Wirtschaftlichkeit vorliegen (z.B. vollständige oder teilweise Überlassung zur Nutzung an Mieter, Notwendigkeit der Beseitigung von Einbauten oder Bauteilen).
  • Die Pflicht gilt auch als erfüllt, wenn anstelle der obersten Geschossdecke das darüber liegende, bisher ungedämmte Dach gedämmt wird.

Hinweis: Unter „nicht begehbaren, aber zugänglichen" obersten Geschossdecken sind Räume über der obersten Geschossdecke zu verstehen, die keine Ausbaureserve für Aufenthaltsräume oder für andere Nutzungen (z.B. Abstell- oder Trockenräume) darstellen. Eine oberste Geschossdecke wird gemäß EnEV als „begehbar" bezeichnet, wenn der Dachraum oberhalb einer entsprechend großen tragfähigen Grundfläche eine lichte Höhe aufweist, innerhalb der sich ein durchschnittlich großer Mensch in aufrechter Haltung ohne Mühe bewegen kann.

Nachweise

Neu in der EnEV 2009 ist die Aufnahme privater Nachweispflichten, um den Vollzug der Verordnung zu stärken (§26a).

Private Nachweise sind erforderlich, wenn an oder in bestehenden Gebäuden:

  • Änderungen an Außenbauteilen vorgenommen werden,
  • oberste Geschossdecken oder darüber befindliche Dächer gedämmt werden,
  • Heizkessel und sonstige Wärmeerzeugersysteme erstmalig eingebaut oder erneuert werden,
  • Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen gedämmt werden,
  • Klimaanlagen und sonstige raumlufttechnische Anlagen eingebaut oder erneuert werden.

Die Nachweise werden in Form einer Unternehmererklärung erbracht, in der vom Unternehmer schriftlich bescheinigt wird, dass die geänderten oder eingebauten Bau- oder Anlagenteile den Anforderungen der EnEV 2009 entsprechen. Die Unternehmererklärung ist dem Bauherrn oder Eigentümer unverzüglich nach Abschluss der Arbeiten zu übergeben und ist vom Bauherrn oder Eigentümer und dessen Rechtsnachfolger mindestens fünf Jahre aufzubewahren.

Werden die Arbeiten in Eigenleistung erbracht, ist es ausreichend, wenn der Eigentümer die Art und den Zeitpunkt des Abschlusses der durchgeführten Arbeiten angibt, wenn die nach Landesrecht zuständige Behörde die Vorlage einer solchen Erklärung verlangt (Eigentümererklärung). Wurde die oberste Geschossdecke oder das Dach vor dem Inkrafttreten der EnEV 2009 gedämmt, kann der Eigentümer selbst eine Bescheinigung ausstellen.

Weiterhin fordert die EnEV 2009 die zumindest stichprobenweise Prüfung der Unternehmererklärungen oder Eigentümererklärungen durch die nach Landesrecht zuständigen Behörden.

Mit der EnEV 2009 wird zum ersten Mal seit Einführung der Energieeinsparverordnung im Jahre 2002 eine Verschärfung der Anforderungen sowohl für Neubauten als auch für den Gebäudebestand im Falle von Modernisierungen vorgenommen. Damit bildet die EnEV 2009 im Verbund mit anderen Vorschriften wie dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine wichtige rechtliche Grundlage, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung - Reduzierung der CO2-Emissionen um 40% gegenüber 1990 bis zum Jahr 2020 - zu erreichen.

Weiter Informationen erhalten Sie auf der Webite der EnEV